Was ist K-Taping?

Unter K-Taping versteht man die Anlage bunter, elastischer Klebestreifen (im Gegensatz zum „klassischen“ weißen und festen Tape) auf die Haut mit dem Ziel Muskeln, Faszien, Bänder, Lymphgefäße, Nerven oder Organe zu beeinflussen. Nach der Anlage bleibt das Tape durchschnittlich 1 Woche am Körper, die Dauer richtet sich dabei nach der Körperregion (an Händen und Hals hält es beispielsweise nicht so lang, weil das Tape öfter nass wird und man leichter hängen bleibt) und der „Pflege des Tapes“ (vorsichtiges Trocknen wenn das Tape nass wird).

Aktuelle Studien können die Wirksamkeit des K-Tapes nicht bestätigen oder sind vom Untersuchungsdesign so schlecht gestaltet, dass sie keine brauchbare Aussage erlauben. Es bleibt also abzuwarten, bis Studien mit guter Qualität auch für K-Taping verfügbar sind. Die folgenden Absätze beschreiben also die angenommene Wirkungsweise von Kenzo Kase, der die Tapes und Anlagetechniken auf der Basis fernöstlichen Gedankenguts und den Prinzipien der Kinesiologie entwickelt hat.

Für welche Beschwerden wird K-Taping genutzt?

Wie oben schon erwähnt können mit dem K-Tape viele verschiedene Strukturen beeinflusst werden, daher ist es auch für viele Beschwerdebilder geeignet. Insbesondere als unterstützende Maßnahme im Sportbereich wird es häufig verwendet. In der Therapie wird es am häufigsten zur Unterstützung der Behandlung muskulärer Verspannungen oder Verletzungen, zur Verbesserung des Lymphabflusses oder Entlastung von Nervenstrukturen. K-Taping ist keine Leistung im Heilmittelkatalog der Krankenkassen und kann daher nicht vom Arzt verordnet werden, es ist also eine reine Selbstzahlerleistung.
Hier noch einige Beispiele für Beschwerden die bei uns häufig mit K-Tape behandelt werden:

  • Schulter-Nackenverspannungen
  • Schmerzen im unteren Rücken und ISG Beschwerden
  • Achillessehnen Beschwerden
  • Tennisellenbogen

Wann darf K-Taping nicht angewandt werden?

Sollten Sie eine bekannte „Pflasterallergie“ haben, ist das K-Tape wegen des verwendeten Klebstoffs Polyacrylat nicht für Sie geeignet.

Weitere Kontraindikationen für K-Taping sind: maligne Tumoren, Hauterkrankungen/Hautreizungen, Thrombose/Thrombophlebitis, (langjährige) Cortisoneinnahme, Bestrahlung/Chemotherapie oder unklares Fieber.

Weiterhin sollte K-Tape nicht mit einer Laser- oder Elektrotherapiebehandlung kombiniert werden.

Wie wirkt K-Taping und welche Bedeutung haben die Farben?

Die genaue Wirkungsweise von K-Tape ist bisher noch nicht wissenschaftlich belegt worden. Es gibt aber eine ganze Reihe angenommener Wirkmechanismen, die für den positiven Effekt verantwortlich sein könnten. So geht zum Beispiel die Convolution-Theorie davon aus, dass durch die Elastizität des Bandes und die Anlagetechnik die darunterliegenden Haut- und Gewebeschichten voneinander abgehoben werden. Dadurch entsteht mehr Platz im Gewebe, der für Flüssigkeitsabfluss und verbesserte Ernährung (Mikrozirkulation) genutzt werden kann. So werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Die schmerzlindernde Wirkung des K-Tapes könnte aufgrund der neurophysiologischen Effekte entstehen. Mechanische Reize (Zug des Tapes an der Haut) werden von den sensiblen Hautnerven zum Rückenmark geleitet. Dort und im Gehirn wird die Information verarbeitet und eine Reaktion im Körper hervorgerufen: verbesserte Durchblutung, verbesserte Muskelaktivierung, Muskelentspannung (sogenannte „Tonusregulierung)… Im Gehirn selbst wird durch den mechanischen Reiz die Wahrnehmung des Schmerzes reduziert, man empfindet weniger Schmerz.

Als Kenzo Kase das K-Taping entwickelte, gab es 3 Farben: Rot, Blau und Beige. Entsprechend der Farbpsychologie sollte rot Energie aufnehmen und es ans Gewebe unter dem Tapestreifen weiterleiten. Das blaue Tape sollte eine eher entgegengesetzte Wirkung haben und Beige energieneutral sein. Wie die übrigen Wirkungsweisen ist auch der Effekt der Farben nicht wissenschaftlich belegt. Es gibt mittlerweile auch viel mehr Farben auf dem Markt. Die Wirksamkeit des Tapes ist jedoch unabhängig von der Farbe immer die gleiche. Die meisten Therapeuten sind mittlerweile dazu übergegangen, das Bauchgefühl des Kunden und dessen Farbpräferenz entscheiden zu lassen.